Warum beschränken Texter das Nutzungsrecht

an einem Namen oder Slogan auf ein Jahr und kassieren nächstes Jahr wieder etwas dafür? Beim Steuerberater zahle ich einmal für seine Leistung, und dann gibt er Ruhe.

Bis nächstes Jahr. Dann brauchen Sie seine Leistung erneut und beauftragen ihn erneut. Dass der Steuerberater in 2004 gut gearbeitet hat, nützt Ihnen in 2005 nichts mehr. Wenn der Texter aber in 2004 gut gearbeitet hat, dann nützt Ihnen der Name und der Slogan auch in 2010 oder 2020 noch etwas. Das sind Dinge von bleibendem Wert, und deshalb sind sie vom Urheberrecht geschützt. Nach § 31 Urheberrechtsgesetz kann der Urheber einem anderen das Recht einräumen, sein Werk zu nutzen, und dabei das Nutzungsrecht auf einen bestimmten Nutzerkreis oder bestimmte Nutzungsarten begrenzen und räumlich, zeitlich und inhaltlich beschränken. Nur dann, wenn er das tut, kann er sicherstellen, dass er auch später noch an dem Gewinn partizipiert, den der Auftraggeber aus seinen Werken zieht. Wenn er das nicht tut, hat der Texter den unakzeptablen Nachteil, dass er um so schlechter verdient, je besser er arbeitet, je länger also seine Namen und Slogans halten.
Auch für eine Immobilie, die Sie nutzen, müssen Sie immer wieder neu Miete zahlen; für Patente, die Sie nutzen, müssen Sie immer wieder neu Lizenzgebühren zahlen. Für die zeitlich unbeschränkte Nutzung von Standardsoftware zahlen Sie am Anfang einen hohen Preis – und auch dann ist sie immer noch räumlich begrenzt (auf einen Rechner). Ähnliches können Sie mit dem Texter vereinbaren: einen einmaligen Aufpreis für die zeitlich unbeschränkte Nutzung.
Bei Texten ohne bleibenden Wert, z. B. Nachrichten, Produktbeschreibungen, Einladungen, Werbebriefen, gilt das Gleiche wie beim Steuerberater: Da zahlen Sie nur einmal für geleistete Arbeit und Nutzung, und niemand denkt daran, die Nutzung zu beschränken.

Zur Rechtslage siehe Urheberrecht

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