Webtext ist anders,
nämlich auffindbar, interaktiv,
überfliegbar und schlüsselwörtlich.
Er muss anders sein als gedruckter Text, weil er anders gelesen wird.
Überspitzt gesagt: Webtexte Schreiben ist die Kunst, Worte zu
finden, die nicht gelesen werden und trotzdem ankommen. Und diese Worte
sind wichtiger als die Bilder.
Der kalifornische Usability-Guru Jakob Nielsen sagte
einmal:
"Wie
Web-Benutzer lesen: Überhaupt nicht..."
Damit meinte er: Die meisten Besucher kommen über die Suchmaschine
auf die Seite und haben ein Wort (also
ein Stück Text) eingetippt, und darüber wollen sie
jetzt mehr erfahren. Deshalb "scannen" sie den Text,
überfliegen ihn auf der Suche nach ihrem Suchwort. Wo sie es
finden, bleiben sie hängen und lesen weiter.
Außerdem wollen sie meist selbst entscheiden, wo sie weiterspringen und wo sie in die Tiefe gehen. Sie wollen die Abfolge des Gelesenen selbst bestimmen.
Deshalb ist es falsch, Prospekt- und
Pressetexte auf Webseiten zu legen.
Das führt bloß dazu, dass die
Benutzer ganz schnell den nächsten Link in der Suchmaschine
anklicken.
Webtext ist auffindbar (via Suchmaschine)
Er enthält das Schlüsselwort,
- das der Interessent in die Suchmaschine eingegeben hat,
- das möglichst wenig andere Websites haben,
- das genau zum Inhalt passt,
- und zwar dort, wo die Suchmaschine es hoch bewertet.
Er hat eine Titelzeile,
- die in der Suchmaschine möglichst weit oben landet
- und genau den zum Klicken einlädt, der den Text lesen soll.
Webtext ist interaktiv
Er unterstützt den aktiven Umgang des Benutzers mit dem Text, indem er
- jeden Inhalt in einem verlinkten Anreißertext
kurz vorstellt,
z.B. so: The New York Times
- über Bild- und Textlinks
die Inhalte der Website sinnvoll miteinander verknüpft,
z. B. so: Ebay
oder so:
Wikipedia über Webdesign - die Benutzerin, den Benutzer zum Mitmachen
einlädt,
z.B. so: CL Finanzen
Webtext ist überfliegbar
Dabei helfen vor allem
- Anreißertexte,
z.B.
so: Berlin Online über Wohnen - diverse Listen,
z.B. so: Ebay Business
/
oder
so: Pöhm über Schlagfertigkeit - Zwischenüberschriften
mit Schlüsselwörtern,
z.B.
so: Dr. Web über Usability - nur ein Gedanke pro
Absatz,
z.B.
so: Dr. Web über Usability - Kürzen auf die Hälfte
- Aufbau des Textes als "umgedrehte
Pyramide"
(das Wichtigste, die Schlussfolgerung, zuoberst)
z.B. so: tagesschau.de
(dort auf die aktuelle Top-Meldung klicken)
Webtext ist schlüsselwörtlich
Er enthält die Wörter, nach denen
genau die Leute suchen, für die der Text gemacht ist.
Und er vermeidet Wörter, die die Besucher in die Irre
führen, oder die auf zu vielen anderen Websites vorkommen.
Text im Internet ist wichtiger als die Bilder
Beweis: Man kann im Browser das Laden von
Bildern ausschalten, nicht jedoch das Laden von Text.
Die meisten Web-Auftritte funktionieren notfalls auch ohne Bilder, aber
nur ganz wenige funktionieren ohne Text. Das Internet ist ein Hypertext,
und Hypertext ist Text.
Internet ohne Text ist wie Fernsehen ohne Ton, bloß
blöder.

